JUNGE HILFE e.V. zum 31.12.2011 aufgelöst!
Eine Nachbetrachtung
Enthusiastisch und voller Idealismus waren sie im April 2011 gestartet, die Gründungsmitglieder des Vereins „JUNGE HILFE e. V.“ aus Mainburg. Mit enormem Aufwand sammelten Sie Gelder, organisierten einen überregionalen Benefiz‐Event („Mainburg Belebt 2011“) mit prominenter Besetzung, wie z.B. Ottfried Fischer, und fanden viele Mitstreiter für Ihre Sache. Doch dann kam die große Enttäuschung. Kaum zu glauben, aber nur sehr wenige wollten die von ihnen angebotenen Spenden annehmen – wegen der hohen steuerrechtlichen Hürden. Wie es jetzt weiter geht, hatte am 31.12.2011 eine Mitgliederversammlung entschieden. Die anwesenden stimmberechtigten Mitglieder sind in ausreichender Anzahl erschienen und haben sich einstimmig ohne Enthaltung zur Auflösung des Vereins entschlossen. Die Abstimmung in dieser außergewöhnlichen Mitgliederversammlung war somit beschlussfähig und die Entscheidung wurde sodann auch durch die beiden Vorstände notariell besiegelt um die Auflösung des Vereins auch in vereinsrechtlicher Hinsicht ordentlich abzuwickeln.
Die Mitglieder des gemeinnützigen Fördervereins sind alle frustriert über diese konsequente aber
zweifelsohne notwendige Entscheidung der Mitgliederversammlung.
Der Verein darf nur im Rahmen seiner Satzung handeln, welche eine direkte Förderung von Bedürftigen nicht zulässt, da hierfür entsprechend aufwändige, nicht zumutbare Nachweispflichten erfüllt werden müssten, wofür die Kapazitäten des Vereins nicht ausreichen. Es dürfen lediglich Mittel generiert werden, um diese dann in Form von Sach- oder Geldspenden an andere Einrichtungen weiterzugeben, die diese Mittel dann satzungsgemäß zu verwenden haben. Allerdings wird die Annahme von Zuwendungen durch bürokratische Vorgaben derart erschwert, dass sich viele öffentliche, aber auch christliche Einrichtungen scheuen, entsprechende Spendenmittel anzunehmen, da deren Annahme einen erheblichen verwaltungstechnischen Aufwand in Bezug auf das deutsche Steuerrecht nach sich zieht. So konnten lediglich 1.000 EUR in Summe an eine christliche Einrichtung und an eine Lehrkraft aus Mainburg weitergegeben werden.
„Wenn wir unsere satzungsgemäßen Ziele nicht verwirklichen können, dann hat das Aufrechterhalten des Vereins keinen Sinn“, befindet die Vorstandschaft geschlossen. „Wir wollen kein Partyverein sein und den Verein auch nicht nur deshalb aufrecht zu erhalten, nur damit es ihn gibt“. Statt mit weiteren mehr- oder weniger erfolgreichen Veranstaltungen noch mehr Gelder zu erwirtschaften, „die wir dann aber nicht loswerden“, strebe man konsequenterweise die Auflösung an, gibt sich die Vorstandschaft einstimmig und entschlossen.
Auf eine mögliche Satzungsänderung angesprochen, winkt die Vorstandsriege ab. „Das hätte letztendlich zur Konsequenz, dass unsere ehrenamtliche, zeitaufwändige Arbeit zum Full-Time-Job wird und jeder von uns auch noch eine Familie und einen Hauptberuf hat, was Vorrang haben muss.“
Das Vereinsvermögen inkl. Sachgüter, abzüglich aller Kosten für Auflösung, Verwaltung und amtlicher
Gebühren, fließt nach Abschluss aller verwaltungstechnischer Schritte satzungsgemäß an das Kinderhospitz St. Nikolaus, Gerberstraße 28, 87730 Bad Grönenbach. Die bereits von der Stadt Mainburg verbindlich zugesagten 2.500 EUR wird man nicht annehmen.
Bei all jenen, die die gute aber offenbar aussichtslose Sache unterstützt haben, bedanken sich sämtliche Vorstandsmitglieder ausdrücklich und hoffen auf Verständnis auf die Entscheidung des Vereins, welche aus Resignation und Enttäuschung geboren wurde.
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